Erklärungen zum Resolutionsentwurf vom 3. Mai 2009 in Radeberg
Resolution - Textversion
Resolution - DGS (Deutsche Gebärdensprache)
Resolution - leichte Sprache
Was ist eine Resolution?
Bedeutung von Resolution:
Unterschiedliche Menschen treffen sich und diskutieren über ein Thema. Am Ende kann dann eine Resolution geschrieben werden. Was bedeutet das? Inhalte einer Resolution sind zum Beispiel: Themen von der Diskussion und Wünsche der Gruppe.
Wenn die Resolution fertig ist, können alle ja dazu sagen.
Resolution in Radeberg:
In Radeberg haben sich vom 1. bis 3. Mai 2009 eine Gruppe Taubblinder aus ganz Deutschland getroffen und über eine Resolution diskutiert. Inhalte dieser Resolution sind Themen von Taubblinden selbst (z. B. Assistenz, Kommunikation, Arbeit). Die Taubblinden können dadurch ihre Wünsche erklären.
Was wird mit der Resolution gemacht?
Diese Resolution kann an Politiker und Presse (z. B. Fernsehen und Zeitung) geschickt werden. Politiker müssen auf eine Resolution antworten. Sie können sie nicht einfach liegen lassen. Das bedeutet die Politiker müssen über den Inhalt der Resolution nachdenken und genau das wollen wir alle.
Wenn Politiker eine Resolution lesen wird nicht sofort alles besser. Es ist ein Anfang, damit andere Menschen über Taubblinde nachdenken.
Warum brauchen wir jetzt eine Resolution?
Beispiele:
- In Sachsen ist ein Wahlkampf und das Programm wird diese Woche beschlossen (abgemacht). Politiker haben gesagt sie wollen das TBL - Merkzeichen in das Programm für die Wahlen dabei haben. Eure Resolution hätte Ihnen sehr geholfen. Das Programm wird diesen Monat abgesprochen und ist dann fertig (d. h. kann nicht mehr geändert werden).
- In Recklinghausen muss eine Beratungsstelle für Taubblinde wieder finanziert werden. Auch in anderen Bundesländern gibt es wenige Beratungsstellen für Taubblinde. Aber wir brauchen dringend Beratungsstellen. Die Resolution kann helfen für Beratungsstellen zu kämpfen und Politikern zeigen: das sind Wünsche von Taubblinden selbst.
- Es werden Assistenten / Assistentinnen ausgebildet. Um die Ausbildung für die Assistenten zu sichern und Arbeitsplätze (Finanzierung) für die Assistenten zu schaffen, muss noch viel getan werden. Wir haben bald Gespräche mit Kostenträgern zum Thema: Finanzierung von Assistenten. Dafür brauchen wir die Resolution.
Warum? Leistungsträger (z. B. Krankenkasse, Sozialamt) fragen: was möchten Taubblinde selbst? Was denken Taubblinde? Wenn die Resolution fertig ist, können wir Leistungsträgern die Resolution zeigen und besser erklären was Taubblinde selbst wünschen.
Allgemeine Situation:
- Am 26. März wurde die UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung auch für Deutschland verbindlich! Deutschland muss diese Konvention jetzt erfüllen. Politiker müssen darüber nachdenken!
- Letztes Jahr hat der gemeinsame Fachausschuss für Taubblinde (GFTB) eine Resolution an Politiker geschickt. Jetzt fehlt eine Resolution der Taubblinden selbst.
- Es beginnt jetzt ein Wahlkampf, da hören Politiker in der Regel besser zu, weil Sie Wähler finden wollen.
Das Treffen war sehr teuer und es war sehr viel Vorbereitungszeit. Ein zweites Treffen kann nicht organisiert werden. In Ulm und in Recklinghausen werden wieder andere Taubblinde sein, und man müsste alles wiederholen. Deshalb ist es wichtig, dass die Taubblinden, die in Radeberg waren ja sagen zur Resolution.
Viele taubblinde Menschen konnten in Radeberg nicht dabei sein. Z. B. weil sie keine Assistenten haben oder nicht wissen von anderen taubblinden Personen. Die Taubblinden aus Radeberg helfen damit auch anderen Taubblinden!
Was bedeutet TBL - Merkzeichen und warum ist das wichtig?
- Ein wichtiger Grund: mit einem Merkzeichen für Taubblinde im Schwerbehindertenausweis können alle Taubblinden gezählt werden. Dann wissen wir und alle Politiker genau wie viele Taubblinde gibt es?
- Das bedeutet Organisationen für Taubblinde wie z. B. die Fachgruppe NRW, das Taubblindenwerk Hannover, der Taubblindendienst oder die Selbsthilfegruppen wissen wie viele Taubblinde gibt es genau in Deutschland. Dann kann Unterstützung und Hilfe für Taubblinde besser geplant werden.
- Beamte, die über Hilfsmittel oder Rentenanträge entscheiden, kennen keine Taubblinden. Mit einem Merkzeichen wissen Ämter: es gibt die Gruppe TBL.
- Wenn ein Merkzeichen da ist, kann das Amt besser verstehen: was brauchen Taubblinde? Beamte können dann z. B. einen Antrag leichter bewilligen. Dazu müssen aber erst Leistungen für Taubblinde genau erklärt und mit den Behörden verhandelt werden.
Was können die Taubblinden jetzt tun?
Wenn nicht alles verstanden, dann bitte nachfragen, z. B. bei Ulla Benard oder Susanne Kirschbaum. Sie können alles erklären.
Wenn alles verstanden ist, dann Dieter Zelle (BAT) oder Ulla Benard (Fachgruppe Taubblinde) schreiben. Bitte sagt bescheid, wenn ihr die Resolution jetzt abschicken möchtet.